November 16th – 21th, 2010. Künstlerhaus Wien
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    ARTmART hat zeitgleich zur Viennaffair-Kunstmesse gezeigt, dass es unter den richtigen Voraussetzungen auch jenseits etablierter Märkte für Bildende Kunst möglich ist, einen attraktiven Einstiegsmarkt für zeitgenössische Kunst zu schaffen.

    Als “Ausstellung mit experimentellem Marktcharakter” ist ARTmART eine Leistungsschau junger Kunstszenen und zugleich eine ungewöhnliche ProduzentInnen-Messe. ARTmART reagiert auf – und unterstützt – das merkliche Heranwachsen neuer Interessens- und Käufergruppen für zeitgenössische Kunst. ARTmART tritt auch gegen das ökonomische Vakuum junger Künstler an (die zwar über rege Austellungsaktivität, aber viel zu wenig Präsenz am internationalen Kunstmarkt verfügen) mit einem attraktiven Präsentationsrahmen und einer ungewöhnlichen Marktsituation. Eine Woche lang ist jedes Kunstwerk der Ausstellung zum Einheitspreis von € 80,- erhältlich.

    ARTmART ist die Kunst der Verführung. Die strategische Inszenierung der ARTmART-Ausstellung – von der Koketterie mit der Anziehungskraft  eines Spektakels bis hin zur repräsentativen Einbindung etablierter Positionen -  schafft an einem zentralen Ort in Wien, einen sozialen Treffpunkt für Künstler und Publikum, wo KünstlerInnen, SammlerInnen und Interessierte niederschwellig über Kunst sprechen können. Neben schnellem Geld für Künstler wird vor allem nachhaltiges Interesse für Kunst geschaffen.

    Ohne die Anschlußfähigkeit an den etablierten Kunstmarkt zu reduzieren, ermöglicht ARTmART jungen Künstlern mit “noch unentwickelten” Einkommensverhältnissen über direkte Verkäufe Geld für ihre Arbeit zu lukrieren – teilweise zum ersten Mal in ihrer Karriere und mitunter in enormer Stückzahl. Etablierte Künstler nutzen ARTmART um Werkserien und neue Formen zu erproben – und gemeinsam mit Newcomern eine selbstbewusste, temporäre Kommunikationsplattform zu errichten.

    Als Kontaktbörse ermöglicht ARTmART den KünstlerInnen mit SammlerInnen direkt ins Gespräch zu kommen. Über den direkten Verkauf eines kostengünstigen Kunstwerks tritt eine Vermittlungsfunktion in Kraft, die sich als neues Format bewährt hat, um neue SammlerInnen und InteressentInnen zu gewinnen. Über den Besitz wird die Ausstellung direkt in die Wohnzimmer der KäuferInnen verlängert und in Folge Interesse für Künstler und sein weiteres Werk nachhaltig hergestellt. Was mit einer “Schnäppchenjagd” oder auch der Suche nach einem dekorativen Kunstwerk beginnt wird ARTmART vielfach in echtes Interesse für die Arbeit eines Künstlers verwandelt. (Dies beweisen die Anfragen von KäuferInnen noch Monate nach der Ausstellung und die zahlreichen Atelierbesuche in Folge der letzten ARTmART Ausstellung)

    Durch die enorme Publikumswirkung der Ausstellung bietet ARTmART KünstlerInnen die Möglichkeit, mit Menschen über ihre Arbeit ins Gespräch zu kommen, die nicht aus den gewohnten sozialen Feldern stammen.  ARTmART bietet die Möglichkeit der Kommunikation außerhalb der eigenen diskursiven Netzwerke – und dient als Erkenntnissonde um das eigene Werk auf gesamtgesellschaftliche Anschlüsse zu überprüfen. Über den Ausnahmepreis von 70 Euro wird auch “neuem Publikum” ein Anreiz geschaffen durch den Besitz die nachhaltige Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst zu “probieren”.

    Neben dem Verkauf können die KünstlerInnen ihre Kunstwerke auch direkt unter einander tauschen und nutzen diese Möglichkeit ausgiebig.  Als einwöchiger Treffpunkt für Künstler hatte ARTmART bereits im letzten Jahr zahlreiche Kooperationsprojekte und internationale Austellungsbeteiligungen zur Folge. Die Kooperation mit der griechischen CHEAPART-Galerie, deren Konzept für den Wiener ARTmART adaptiert wurde, zeigt beispielhaft dass die einwöchigen Verkaufsausstellungen primär zur Anbahnung und langfristigen Unterstützung nicht-institutioneller Netzwerke und Strukturen dienen. Durch diese Katalysatorfunktion kann das Netzwerk rund um ARTmART/CHEAPART eine Bandbreite junger österreichischer und internationaler KünstlerInnen auch über die Ausstellung hinaus sichtbar machen und stützt diese (über die Verkaufssituation in den Ausstellungen) zudem über eine eigene Mikro-Ökonomie.

    ARTmART spitzt die offene Frage nach der ökonomischen Situation zeitgenössischer KünstlerInnen in einem einwöchigen Praxislabor zu und versteht sich als aktives “Symposion” im Sinne einer tatsächlichen Zusammenkunft der betroffener Akteure, die eine neue Qualität von Kommunikation auf Augenhöhe ermöglicht.

    Konventionen wie Reputation, Anerkennung und Kampf um Anschlüsse im kontinuierlichen sozialen (Überlebens)Kampf von KünstlerInnen werden im Mikrokosmos von ARTmART neu gerahmt, um machen jenseits des “ARTmART-Ausnahmezustandes” die Verwobenheit von Kunst und Macht umso deutlicher. Der Diskurs über ökonomische Aspekte zeitgenössischer Kunstproduktion wird bei ARTmART nicht isoliert von Präsenz und Praxis als Künstler geführt, sondern durch eine vielschichtige Austauschsituation vor dem Hintergrund einer ungewöhnlichen Marktsituation zwischen allen TeilnehmerInnen neu fokussiert. Durch die Nivellierung von Namenshierarchien und Preisunterschieden in der “Petersburger Hängung” der Ausstellung, setzt der Einheitspreis gängige Funktionsweisen des Kunstsystems vorübergehend außer Kraft. Restriktiven Markstrategien und Verknappung setzt ARTmART ein Bekenntnis zu Verbreitung von Form und Idee in Multiple und Serie entgegen und aktualisiert die Frage nach neuen Modellen ökonomischer Verwertung geistiger Arbeit.

    ARTmART stellt selbstbewusst gegenüber dem Status Quo die Frage nach neuen (Einkunfts)Möglichkeiten für junge KünstlerInnen und Arbeitsweisen und beschränkt sich dabei konsequenter Weise nicht auf die Hoffnung auf symbolisches Kapital im Kunstmarkt. ARTmART stellt den KünstlerInnen im Kommunikationsprozess, aus dem Kunst als soziales Produkt resultiert, eine eigenständige, soziale, ökonomische und ungewöhnliche Plattform zur Verfügung, die als strategische Intervention mit gezielter temporärer Beschränkung die Anschlussfähigkeit, das Budget aber auch das Rückgrat der KünstlerInnen in anderen Kunstkontexten stärkt und als Kunstprojekt Künstler und Publikum zu neuen Blickwinkeln auf die eigene Situation einlädt. (SL)


    Running parallel to the Artfair in Vienna in 2007, ARTmART demonstrated that under the right conditions it is possible to create an attractive market for contemporary art, aimed at those who have not yet started to buy or collect art.

    ARTmART, an “exhibition with the characteristics of a fair” is a display of the potential of the young art scene and, at the same time a quite unusual artist-organized market.  ARTmART reacts to and furthers the current rise in new types of buyers and people interested in art. Young artists, being frequently exhibiting while at the same time underrepresented on the international art market, face an economic gap. ARTmART kicks in with an attractive way of creating an exceptional market-situation. For a whole week each individual art piece is available for the same price of 70 Euros.

    ARTmART is the art of seduction. The strategic staging of the ARTmART Exhibition – from its flirtation with the allurement of the spectacle to its substantial integration of established artists – hosted in a central location in Vienna creates a social meeting point for artist and public. Here artists, collectors, and the art-interested can readily talk about art. Aside from “fast cash” for artists the more substantial result is the sustained interest for art which ARTmART creates.

    Without reducing connectivity to the established art market, ARTmART makes it possible for young artists with a “yet undeveloped” income to generate cash flow from their pieces through direct sales– for some artists, for the first time and often coupled with such a high volume.  Established artists use ARTmART as a testing ground for new series or concepts, and to create with newcomers a self-confident, temporary communication platform.

    As a networking forum ARTmART allows artists and collectors to engage directly in conversation.  The direct sale of a low-priced piece of artwork serves as a fresh way to raise interest and gain new collectors.  Through ownership of a piece, the exhibition is extended into the buyers own living room and the result is that interest for the artist and further works is established. ARTmART changes what might have began as a “bargain hunt” or a search for a decorative piece of artwork in many cases into real interest for the work of an artist. (This was validated after the last ARTmART exhibition by inquiries from buyers for months after the exhibition had ended, as well as the numerous studio visits that followed).

    Through the tremendous public impact of the exhibition, ARTmART provides artists the opportunity to engage in dialogue about their work with people outside of familiar circles. ARTmART offers the chance for communication outside of regular discourse networks – and functions as a probe for one’s own work on the diverse spectrum of society. Because of the exceptional price of 70 Euros, “new audiences” are enticed to “test the waters” of contemporary art.

    Outside of sales, artists can also trade works among each other and do so extensively. Because of its nature as a one week meeting point for artists, last year ARTmART helped to initiate numerous co-operative projects as well as international involvement and participation. Co-operation with the Greek CHEAPART-Gallery, whose concept was adapted for the Viennese ARTmART, is an example that the one week exhibition serves primarily to facilitate development and support for long-term non-institutional networks and structures. Via this catalyst the network surrounding ARTmART/CHEAPART can make a scope of young Austrian and international artists visible beyond the exhibition. Additionally it supports them with its  micro-economy via the sales situation of the exhibition.

    ARTmART culminates the open question of the economic situation of contemporary artists in a one week hands-on laboratory.  It defines itself as an active symposium, in the sense that it is a real gathering of the actors concerned, making possible a unique type of eye to eye communication.

    Within the microcosom of ARTmART a re-framing of those conventions takes place, that are surrounding the artists’ struggle to build acceptance and reputation or the pressures to continuously develop social connections, in the quasi fight for survival.  Thus, these conventions and the intertwinement of art and power are made acutely apparent.  The discussion of the economic side of contemporary art production is not isolated from contemporary practices.  The topic is put into a new focus through the multi-layered exchange situation with the unusual market situation as back-drop.  The flat hierarchy created within ARTmART by the universal sales-price and “St. Petersburg or Salon-Style Hanging” temporarily eliminates the conventions of the art system normally created by name or pricing differences for the duration of the exhibition. Restrictive market strategies and deliberate limitations of availability are contradicted in ARTmART by creating forms and ideas in multiples and series.  The concept refreshes and updates the search for models of economic valuation of intellectual production.

    ARTmART selfconsciously asks questions contrary to the status quo.  It searches for new (economic) opportunities for young artists.  Consequently not limiting itself to symbolic capital (a frequently encountered paradox when questions such as these are seriously dealt with within in the field of art).  Within the communication process, from which art results as a social product,  ARTmART offers the artist an independent economic and social platform Being a strategic Intervention with deliberately temporary character, ARTmART is strengthening the connectivity, economic autonomy and the spine of the artists. (SL)

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